Jahreszeitenfeste

 

Frühjahrstag- und nachtgleiche

Wir leben ja in Breitengraden, in denen die Jahreszeiten deutlich voneinander unterscheidbar sind- auch wenn wir nicht wissen, wie sich das Klima entwickeln wird, so sind doch zumindest Helligkeit und Dunkelheit in Tages- und Jahresablauf gleich geblieben.

Ich erfahre, wie sinnvoll und schön es ist, das Jahr in seinem Ablauf zu erleben, immer wieder an einzelnen Punkten innezuhalten und sich sozusagen umzuschauen, aha, wo bin ich jetzt, wie sieht es jetzt aus, wie riecht es, wie fühlt es sich an?
Gelegenheit dazu geben die Feste der verschiedenen Glaubensrichtungen.
Im christlichen Jahreslauf ist gerade Fastenzeit, die Vorbereitung auf Karfreitag und Ostern, Sterben und Auferstehung Jesu.

Die Jahreszeitenfeste, die ich Ihnen vorstelle, haben ihren Ursprung in der Naturbeobachtung, sind jeweils am Beginn und am Höhepunkt einer Jahreszeit angesiedelt und wurden sicher schon lange in Zeiten der Menschheit irgendwie begangen – so kennen wir heute noch Megalithbauten, die 6.000 Jahre alt sind und ausgerichtet auf den Stand der Sonne zu bestimmten Jahreszeiten.

Die Sonnenfeste stehen zu Beginn der Jahreszeiten, und heute fängt der Frühling an:

Der Frühlingsbeginn steht für das Ungestüm, mit dem die Übergabe von Winter auf Frühling stattfindet. Wir merken es jetzt gerade: mal schon so warm, das der Garten, die Kaffeeterrasse locken, mal so kalt, dass man noch im Mantel friert – dieses Hin- und Her ist typisch für diese Zeit.
Und so geht es auch innen zu: viele erkranken gerade jetzt, ein wenig geschwächt noch vom Winter. Sehnsüchtig nach mehr Licht und Wärme, nach draußen- Sein sind die meisten. Die Frühjahrsmüdigkeit kämpft mit der Kraft und der Freude angesichts der verlockenden Düfte, die Blüten und Erde ausströmen.

Wie können wir das feiern? Einige Ideen dafür:

Machen sie sich früh am Morgen auf und begrüßen Sie die Sonne bei ihrem Aufgang (im Osten, ca. 6: 30 Uhr)

Entdecken Sie die Farbe Gelb, im Licht, in Pflanzen, in Kleidung…

Säen und pflanzen Sie mit dem Gedanken daran, welche Ideen, Projekte, Wünsche in diesem Jahr für Sie wachsen und reifen sollen.

Nehmen Sie sich Zeit zum Eiermalen, das Ei als Sinnbild für etwas, das in dieser Zeit ausgebrütet wird und aus dem das Küken bald schon herauskommt.
Was ist Ihr „Küken“?

Verabreden Sie sich mit anderen zum Feuer, in unseren Gegenden ist das oft ein Osterfeuer (Ostern liegt auf dem 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond im Frühling) und feiern Sie den Beginn der hellen Jahreszeit!

Ich wünsche Ihnen eine erfüllte Zeit,
Ana Heinen