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Jahreszeitenfeste

 

Schnitterin

Schnitterin, Kräuterweih, 1./ 2. oder 15. August, abnehmender Mond, ein komplexes Jahreszeitenfest mit vielen Namen und Bedeutungen

Das SchnitterIn- Fest liegt auf dem Höhepunkt des Sommers, dem Übergang vom fruchtbaren Sommer in den Spätsommer, der oft noch heiß ist mit schon einer Ahnung des Herbstes.

Es ist das Fest des Schneidens, der Getreideernte.

Gerade noch wogt das Getreidefeld vor unseren Augen, kurze Zeit später ist es weg! Der Schnitt ist rasch gemacht, end-gültig. Ein Moment des Todes inmitten der Sommer-Idylle, der Grill- Partys dieser Jahreszeit.

Zwei Aspekte hat das Schneiden: einmal das Ab-trennen der Ähre, den Tod der Pflanze und zum anderen die Ernte, die das für uns bedeutet, die das Überleben sichert.

Wenn wir das ins Seelisch- Geistige übersetzen, steht Anfang August gewöhnlich einer dieser beiden Aspekte im Vordergrund, das kann sich im Laufe der Jahre immer mal wieder abwechseln.

Wie finde ich heraus, welcher Aspekt in diesem Jahr der für mich wichtigere ist?

Stellen Sie sich zwei Fragen:
- was habe ich ange-sammelt in meinem Leben/den vergangenen 12 Monaten, das ich jetzt ernten und feiern kann, was ist mir gut gelungen, welche „vollen Einmachgläser“ stehen in meiner Vorratskammer, bilden die Ressource für die nächste Zeit?
- was kann/muss ich abschneiden, von welchem Ballast mich trennen,
der mich in der kommenden Zeit nur belastet und nicht nährt? Was in meinem Leben ist „überreif“ und wird nur faulig, wenn ich es jetzt nicht abtrenne.

Wenn Sie diese beiden Fragen ehrlich beantwortet haben, werden Sie wissen, ob Schneiden oder Ernten in diesem Jahr für Sie an Schnitterin zu tun ist.


Der andere Name des Festes, Kräuterweih, rückt eine besondere Ernte in’s Blickfeld: die der (Heil-) Kräuter. Häufig wird Kräuterweih auch in der Mitte des Monats gefeiert, an Mariä Himmelfahrt, dem 15. August – ein christliches Fest, das bewusst auf einen Isis - Feiertag gelegt wurde. Der 15. August ist also auch ein Tag, an dem besonders gefeiert werden kann. In manchen katholischen Gegenden werden die Kräutersträuße in der Kirche geweiht. Die Kräuter haben oft schon ihre größte Heilkraft hinter sich um diese Jahreszeit, gesammelt und geweiht werden sie hauptsächlich, um, gebunden im Kräuterstrauß, getrocknet zu werden und als Stärkung das ganze Jahr hindurch zu dienen, z.B., in dem man kleine Teile davon in einer Räucherung verwendet.

Es werden verschiedene magische Anzahlen von Pflanzen genannt, die dazu gebunden werden sollen (beachten: immer, wenn was gelöst oder wie hier: geschnitten wird, soll auch was gebunden sein): mindestens 7, auch 9 oder bis zu 99 verschiedene Pflanzen. In meinem kleinen Sträußchen sind 7 versammelt:

Johanniskraut, das die sonnige Heiterkeit des Sommers in die Welt der düsteren Stimmung bringt und die Unruhe beschwichtigt

Rainfarn, der giftig ist (Nicht einnehmen!) und „Schädlinge“ vertreiben hilft, der mich oder die Gartenpflanzen also schützt vor „Grenzüberschreitungen

roter Klee, der mit seinen hormonähnlichen Stoffen ein guter Begleiter durch das Frauenleben ist

Spitzwegerich, der bei Erkältungen seine Schleimstoffe zur Wirkung bringt und mit seinem Pflanzensaft bei Insektenstichen hilft

Schafgabe, eine Pflanze, die krampflösend, Blutung stillend und Magen beruhigend wirkt und als Orakelstäbe im I Ging Verwendung findet

Wein, der als Getränk (in Maßen!) Heiterkeit und Zusammensein fördert, und als Heilpflanze

Weißdorn, mit seinen roten Beeren, der das Herz stärkt und gut ist bei Herzrhythmusstörungen, Altersherzbeschwerden, zur Nachbehandlung bei Herzinfarkt und vielleicht, wer weiß? auch bei gebrochenen Herzen wirkt…

 

Wie können wir Schnitterin/ Kräuterweih feiern?

  • Gehen Sie in die Natur, sammeln Sie für eine Kräuterstrauß und indem Sie ihn binden (mit einem roten Faden) sprechen Sie jede Pflanze an, danken ihr, dass sie sich zur Verfügung gestellt hat und bitten Sie um Schutz und Unterstützung in einem besonderen Anliegen, dazu muss man nicht unbedingt wissen, was die Heilkraft der Pflanze ist, hängen Sie den Strauß zu Hause an eine besondere Stelle und nutzen Sie ihn auch.
  • Der Strauß vom letzten Jahr wird an Schnitterin verbrannt.
  • Danken Sie für das Getreide als Symbol für Nahrung = Nährung, backen Sie ein Brot oder Kuchen mit Getreide aus dem alten und welches aus dem neuen Jahr, teilen mit anderen und vielleicht mögen Sie spenden für die, die nicht genug zu essen haben.
  • Feiern Sie ein Fest zur Ehren von Ceres (von der die Cerealien kommen), der Kornmutter in Rom oder Demeter in Griechenland – alle bringen was mit zum Teilen.
  • Feiern Sie ein Fest, wenn Sie auf der geistigen Ebene etwas zu ernten haben oder wenn Sie sich von etwas oder jemandem getrennt haben.

Ich wünsche Ihnen eine erfüllte Zeit,
Ana Heinen